Montag, 4. Juli 2016

Die letzten Wochen in Kalifornien

Hallo meine Lieben,

ich bin mittlerweile wieder gut und sicher in meinem Zuhause in Deutschland angekommen und möchte euch nun davon berichten, wie meine letzten Wochen und Tage in den USA abgelaufen sind.

4. Juni Prom

Am 4. Juni 2016 war es endlich soweit. Nach monatelanger Vorbereitung war der große Tag gekommen - PROM (dt. Abschlussball)! Ich hätte es mir eigentlich kaum schöner vorstellen können, aber nun von Anfang an. Nachdem ich mein Kleid und meine Schuhe schon bereits einige Wochen zuvor besorgt habe, konnte ich den Prom-Tag relativ gelassen angehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück brachte mich meine Gastmutter gegen 12 Uhr mittags zu einem Frisör- und Make-up Salon. Dort sollte ich das erste Mal in meinem Leben professionell geschminkt und für den Tanz zurechtgemacht werden. Es war super aufregend und die Spannung stieg minütlich an. Als wir nach rund zweieinhalb Stunden wieder Zuhause angekommen waren, traf ich noch die letzten Vorbereitungen bevor meine Gasteltern mich zu einem nahe gelegenen Goldplatz fuhren, wo schon ein professioneller Fotograf auf uns wartete, um diesen einzigartigen Tag in schönen Bildern festzuhalten. Neben meinem Prom-Date waren noch ein weiteres Pärchen und ein Junge gekommen, um mit uns Fotos machen zu lassen. Anschließend brachte uns ein persönlicher Fahrer zu einem kleinen italienischen Restaurant im Herzen San Diegos, in welchem wir es uns erst einmal ordentlich gut gingen ließen. Gerade als wir bezahlen wollten, meinte die Kellnerin, dass ein älteres Paar im Restaurant die Rechnung schon für uns bezahlt hätte. Wir waren erst einmal sprachlos, denn die Rechung selbst war über 200 Dollar, doch das Paar meinte nur, dass wir noch einen wunderschönen Prom haben und jeden Moment genießen sollen. Obwohl ich diese Leute wohl nie wieder sehen werde, möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei ihnen bedanken, da so etwas natürlich alles andere als selbstverständlich ist.
Anschließend fuhren wir zum Manchester Grand Hyatt Hotel San Diego, in welchem der eigentliche Prom von 19.00 bis 23.00 Uhr stattfinden sollte. Dort angekommen, war ich erst einmal schwer von dem wunderschönen Hotel und dem Aufwand beeindruckt, welchen die Leute für diesen einzigen Abend betrieben hatten. Das Hotel lag direkt am Meer und sogar Zeichner und Fotografen waren gekommen, um dieses Highlight zu dokumentieren. Es war einfach alles perfekt und ich wünschte mir, dass der Abend nie zu Ende gegangen wäre.


Quelle: elitemeetings.com

Quelle: hotels.com


Nachdem der Prom um 23.00 Uhr geendet hatte, sind wir anschließend noch zu einer bekannten amerikanischen Dinerketter Namens Denny's gefahren, bevor wir den Abend stimmungsvoll ausklingen ließen.  Es war so ein unbeschreiblich schöner Tag, den ich bestimmt nie vergessen werde.

--------------------

Die letzten Tage habe ich versucht, soviel Zeit mit meinen Freunden und meiner Gastfamilie zu verbringen wie möglich. Es war ein schreckliches Gefühl Leute zu sehen und sich verabschieden zu müssen.  Meine Freunde und meine Gastfamilie sind mir wirklich ans Herz gewachsen und es ist einfach so schwierig loszulassen und nicht zu wissen, wann ich sie alle wiedersehen werde. Aber ich komme auf jeden Fall zurück..
Am Dienstag, den 14. Juni war dann mein letzer Schultag und ich musste meinen Freunden endgültig auf  Wiedersehen sagen. Die meisten Leute haben sich noch in meinem Jahrbuch verewigt (vielen Dank dafür!), sodass ich zumindest eine kleine Erinnerung an sie immer mit dabei habe. Am Dienstagabend hat mich meine Gastfamilie noch einmal in mein Lieblingsburgerrestaurant in-n-out eingeladen und ich durfte mit ihnen nochmals einen schönen Abend verbringen.


 
-------------------

15. Juni Abschied

Da mein Flug schon um 6.00 Uhr morgens in Richtung Washingtion D.C. ging, musste ich schon mitten in der Nacht aufstehen um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Die Koffer hatte ich zum Glück schon am Montag gepackt gehabt und so blieb mir ein kleiner Teil des Stresses erspart. Zusammen mit meiner Gastmutter und -schwester holten wir noch mein Prom-Date ab und zusammen fuhren wir zum Flughafen. Dort warteten schon meine Koordinatorin und ihr Ehemann auf mich; ebenfalls waren aber auch noch zwei enge Freundinnen gekommen, um mir auf Wiedersehen zu sagen. Und dann war der Moment gekommen...ich musste mich verabschieden. Es war wirklich der schwerste Moment in meinem Leben. Ich hatte alle diese Menschen zwar erst vor rund 10 Monaten kennengelernt, aber sie waren mir in dieser Zeit so ans Herz gewachsen, dass ich am liebsten umgekehrt und zurück zu dem Haus meiner Gastfamilie gefahren wäre. Alle diese Menschen bedeuten mir soviel und ich bin ihnen so dankbar, dass sich mich so wundervoll aufgenommen und mein Jahr so perfekt gemacht haben. Ohne euch wäre so ein wunderschöner Auslandsaufenthalt gar nicht erst möglich gewesen und ich bin so unendlich dankbar euch alle kennen- und liebengelernt zu haben. Ich vermisse euch jeden Tag und hoffe schon ganz bald wieder nach San Diego zurückkommen und euch alle wieder in die Arme schließen zu können. Vielen Dank, dass ihr immer an meiner Seite wart, mich unterstützt und immer an mich geglaubt habt! ♥♥♥
Es war so hart auf Wiedersehen zu sagen, und die Freude nach Washingtion D.C. zu fliegen und dort meine anderen Austauschschüler zu treffen, hielt sich dementsprechend auch in Grenzen. Als ich am Flughafen auf die anderen traf, war auch dort die Stimmung eher gedrückt. Der Abschiedsschmerz war bei allen noch präsent und jeder wollte eigentlich nur zurück zu seiner Gastfamilie!


" Why does it take a minute to say hello but forever to say goodbye? "


15. - 17. Juni Re-Orientation in Washington D.C.

Mit dem Bus ging es gegen 16.00 Uhr vom Flughafen Washington Dulles zu unserem Jugend-Konferenzcenter 4H.
Dabei durchquerten wir sogar die Staatsgrenze zwischen Virgina und Maryland. Aufgrund des Verkehr dauerte unsere 45-minüte Fahrt am Ende leider knapp zwei Stunden und als wir im Hotel ankamen, war glücklicherweise auch schon ein großes Buffet aufgestellt, welches nur noch darauf wartete, verspeist zu werden. An diesem Abend trafen wir auch die amerikanischen Austauschschüler, welche ein Schuljahr in Deutschland verbracht hatten. Es war sehr interessant, sich ihre Eindrücke von Deutschland anzuhören und zu sehen, was ihnen an Deutschland besser gefallen hat als in den USA (Essen!!).
Am nächsten Tag trafen wir uns einem der Konferenzräume, denn es wartete ein Gastvortrag der deutschen und der amerikanischen Botschaft auf uns. Zwei Männer erzählten über den Beruf als Diplomat und klärten uns über die Vor- und Nachteile, sowie über die Möglichkeiten auf, welche sich einem mit diesem Job eröffnen. Anschließend hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Ein Bus brachte uns zum Kapitol; von dort aus hatten wir dann dreieinhalb Stunden um die nähere Umgebung zu erkunden. Glücklicherweise liegen die Hauptattraktionen in Washington nicht so weit voneinander entfernt und so konnte man das Capitol, White House und Lincoln Memorial gut zu Fuß erreichen.


Washington Monument

White House

Lincoln Memorial

Nachdem wir uns alle wieder am Kapitol getroffen hatten, machten wir noch ein Gruppenbild zur Erinnerung.



Am nächsten Morgen machten wir uns dann wieder auf in Richtung Flughafen. Nachdem wir dort vier Stunden warten mussten, bis wir unser Gepäck einchecken konnten, mussten wir nach der Sicherheitskontrolle noch einmal fünf weitere Stunden warten, bis endlich das Boarding begann. Nachdem kam es dann leider zu weiteren zwei Stunden Verspätung aufgrund eines technischen Defekts am Flugzeug. Zu dem Zeitpunkt war mir bereits bewusst, dass ich meinen Anschlussflug nach Friedrichshafen verpassen würde, da ich in Frankfurt nur rund eineinhalb Stunden Aufenthalt gehabt hätte. Diese Vermutung bewahrheitete sich dann leider und so musste ich über sieben Stunden am Flughafen in Frankfurt ausharren, bis endlich mein Flieger in Richtung Friedrichshafen ging. Alles in alles war der Rückflug mit einigen Komplikationen verbunden, allerdings kam ich dann doch am 18.Juni um 22.44 Uhr in Friedrichshafen an.
Auf dem Heimweg habe ich angefangen zu realisieren, dass mein Auslandsjahr nun endgültig vorbei ist. Die letzten Wochen vor meiner Abreise habe ich immer versucht, meine Gedanken an meinen Rückflug zu verdrängen und lieber jede Sekunde von meiner noch verbleibenden Zeit zu genießen, aber im Auto auf dem Heimweg dann, war mir klar, dass alles was ich jetzt noch in den Händen hielt, Erinnerungen waren. 
 
"I want to thank everyone who supported und believed in me during my year in California. Only you guys made my year so special and without you, it would have never been as awesome as it was. My special thanks and appreciation go to my wonderful host family. I know it wasn't always easy but thanks for giving me more chances than I deserved. Thank you everyone who spent time with me and for trying to make my year as perfect as possible.
There are all these great experiences and memories I can now look back on and I hope that one day I will see you all again and we can make more unforgettable moments together. Thank you so much! I miss you guys so so much!!! ♥♥ ♥"
" It's not the goodbye that hurts, it's the flashbacks and memories that follow and the uncertainty of when you will see the people you love again "

Ihr könnt mir ab jetzt sehr gerne auch auf meinem instagram folgen. Dort werde ich in Zukunft auch privatere Bilder von meinem Auslandsaufenthalt posten. Name auf instagram: samira_broghammer

Liebe Grüße,
Samira

Quelle: keepcalm-o-matic.co.uk

P.S. Ich werde auch weiterhin auf meinem Blog posten, da zum Beispiel auch noch das PPP-Nachbereitungsseminar in Berlin vom 9. bis zum 11. September 2016 stattfindet. Zudem habe ich auch beschlossen, mich sozial für meine Austauschorganisation Partnership International e.V. zu engagieren, das heißt dass ich für das Austauschjahr 2017/18 vorrausichtlich eine der E-Mail Betreuerrollen übernehmen werde.